Blade Runner 2049

USA, Regie: Denis Villeneuve, VÖ: 2017, FSK 16, Science-Fiction, 163 Minuten

© Sony Pictures Releasing GmbH
© Sony Pictures Releasing GmbH

Blade Runner 2049 ist für einige sicherlich die (zu) lang erwartete Fortsetzung des Klassikers von 1982. Damals führte Ridley Scott Regie und brachte den Film mit durchdachter Kameratechnik und derzeit herausragende visuelle Effekte zum Erfolg. Dafür erhielt er sogar 2 Oscars. Für die Fortsetzung gab er jedoch das Zepter an Denis Villeneuve ab, da er an anderen filmischen Projekten arbeitet.

Die Fortsetzung spielt nun 30 Jahre nach dem Verschwinden von Rick Deckard (Harrison Ford), dessen Spur Polizist K (Ryan Gosling) nun ins Visier genommen hat und verfolgt. Denn nach einem mysteriösen Black Out sind sämtliche elektronische Daten verloren gegangen, was auch die Erinnerung der Menschheit zu großen Teilen beeinflusst. K gelangt durch eine Mission auf die Spur eines fragwürdigen Kindes zwischen Mensch und Replikanten. Seine Aufgabe ist es nun dieser geheimen Spur zu folgen und das Ziel zu eliminieren.
Man darf nicht vergessen, dass sich die Welt und die Gesellschaft in dieser Zeit extrem verändert und weiterentwickelt haben. Sie ist geprägt von einer reichen technischen Vielfalt – so gibt es mittlerweile neben den Menschen auch Hologramme und Androiden auf der Erde…

Blade Runner 2049 –  Ja, man sollte eigentlich meinen, dass in der Zukunft alles etwas zügiger abläuft.
Der Film ist, wenn man es so sagen kann, sehr ruhig gestaltet und zieht sich dabei leider sehr in die Länge. Die Bilder einer Vision des zukünftigen Lebens sind ganz attraktiv gestaltet, scheinen mir aber nicht realistisch. Ebenso enttäuscht im gleichen Zuge leider auch der Plot. Die Geschichte ist recht schnell durchschaubar und gibt meiner Meinung nach einfach nicht genug her, um fast drei Stunden Film interessant und spannend zu gestalten. Es gibt zudem wenig gehaltvolle Dialoge zwischen den Protagonisten. Sicherlich mag es interessant sein, den Schwerpunkt auf visuelle Gestaltung zu legen, aber auch hier ist man in der Fortsetzung schnell gelangweilt.

Die Besetzung um Harrison Ford und Ryan Gosling finde ich prinzipiell gelungen und damit einhergehend auch die Verknüpfung mit dem ‚ersten Teil‘. Ich finde, dieser Film ist für beide Schauspieler kein Aushängeschild. Ryan Gosling spielt irgendwie stumpf und sehr einseitig. Harrison Ford kommt generell etwas zu kurz. Tiefgang geht bei beiden Rollen in diesem Teil einfach verloren.
Auch Jared Letos Rolle als Mr. Wallace enttäuschte mich. Der Trailer ließ viel erwarten, was sich am Ende doch nur als ‚heiße Luft‘ entpuppte. Die schauspielerischen Qualitäten gestalten sich bei Leto zwar etwas besser, jedoch besitzt die Rolle auch nur wenig Tiefgründigkeit.

Alles in allem sind die Effekte sind zwar gut herausgearbeitet und gestaltet, aber für die heutige Zeit einfach nicht herausragend. An einigen Stellen ist die visuelle Gestaltung sicherlich schön anzusehen. Die musikalische Untermalung hat mir an sich gefallen, sie unterstreicht die Szenen sehr gut – allerdings hin und wieder auch die Langatmigkeit des Films. Grundsätzlich fehlt mir in dem Film einfach etwas mehr Action und Pep. Ich finde, dass Blade Runner 2049 leider nicht an den Kultstatus seines Vorgängers anknüpfen kann.

Für Liebhaber das Science Fiction Genres und auch des Klassikers ist es sicher ein nettes Kinoerlebnis, aber man sollte keineswegs ein Außergewöhnliches erwarten.
Aus diesem Grund vergebe ich dem Film 2 von 5 Punkten.

2 Comments

  1. „Blade Runner 2049 – Ja, man sollte eigentlich meinen, dass in der Zukunft alles etwas zügiger abläuft.“
    Danke, das spricht mir eindeutig aus der Seele. Zudem möchte ich noch hinzufügen, dass ich von einem 3-D-Film mehr visuelle „Tiefe“ erwarte.

    Schade. Fortsetzungen, die nicht im Vorfeld zur Story gehören, sind eben doch immer gewagt und leider öfter schlecht als recht.

  2. Ich muss sagen, dass mir das nicht aus der Seele spricht, sondern eher wehtut.

    Der erste Blade Runner aus dem Jahre 1982 war ein Meilenstein, da er es schaffte den Cyberpunk in das Science-Fiction-Genre zu holen und eine düstere, dystopische Welt zu schaffen, die in seinem Ideenreichtum Vorbild für viele nachfolgende Filme war. Dabei bestach er durch seine gigantischen Bilder und seine musikalische Untermalung. Er warf Fragen auf nach der Bedeutung und Definition der Menschlichkeit sowie dem Einfluss von Androiden auf die Gesellschaft und ließ dem Zuschauer durch seine langsame Erzählweise die Möglichkeit diese Thematiken auf sich wirken zu lassen.

    Die Frage ist nun hat Denis Villeneuve es geschafft dem Erbe des philosophischen sowie bildgewaltigen Originalfilms gerecht zu werden? …. Absolut. Denis Villeneuve hat nach Filmen wie Sicario, Arrival oder Prisoners wiedermal gezeigt, was für ein großartiger Regisseur er ist. Er hat es geschafft der Seele des Originalfilms treu zu bleiben und dabei eigene neue Ideen einzubringen. War die Musik des Originalfilms noch von Vangelis, so stammen die Stücke von Blade Runner 2049 aus der Feder von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch, die durch ihren brachialen Sound die Intensität jeder Szene perfekt unterstützen. Wie bei seinem Vorgänger ist eines der Herzstücke die Optik. Die Kameraarbeit stammte dabei von keinem geringeren als Roger Deakins, der nach seinen 13 Oscar-Nominierungen sehr gute Chancen hat für Blade Runner einen zu gewinnen. Jede Szene ist perfekt durchdacht, nichts scheint zufällig. Dabei wohnt jedem Set einem Realismus und Schönheit inne, die den Zuschauer in eine atemberaubende, facettenreiche Welt zieht, welche man bei dem heutigen CGI-Bombardement der meisten Blockbuster vermisst. Der Film ist dabei nicht wie häufig ein seelenloses Sequel, das den Namen des Vorgängers benutzt, um den Zuschauer ins Kino zu locken, ohne darauf zu schauen, was den Kultstatus des ersten Filmes ausgemacht hat. Blade Runner 2049 schafft es dem Originalfilm treu zu bleiben und dabei sowohl optische Innovationen einzubringen, als auch die aufgeworfenen philosophischen Fragen des 1982er Films konsequent weiterzuentwickeln. Es geht um Konzerne, die die Regierung bilden, einer dystopischen Gesellschaft, um Fragen zur Menschlichkeit und ob vom Menschen erschaffene Wesen eine Seele haben. Wie der erste Blade Runner gibt der Film durch seine langsame Erzählweise dem Zuschauer die Zeit sich mit diesen Gedanken auseinander zu setzen, was natürlich auch einiges abverlangt. Wer sich jedoch vom gewohnten Mainstream-Film loslöst, wo dem Zuschauer alles auf dem Silbertablett serviert wird, der bekommt einen Film, dem die 163 min vielleicht ungewohnt langatmig, aber niemals langweilig vorkommen. Nicht nur Bild, Ton und Story sind großartig, sondern auch die schauspielerischen Leistungen sind es. Selten hat man einen Harrison Ford mit so viel Lust Schauspielern sehen, was durchaus mit einer Oscar-Nominierung belohnt werden kann. Ryan Gosling, der den Androiden K spielt, nimmt man seine Entwicklung eines starren Androiden zu einem emotionalen Wesen absolut ab. Alle anderen Schauspieler merkt man ebenfalls an, wie überzeugt sie von diesem Meisterwerk sind. Denn Blade Runner 2049 hat es geschafft alle Qualitäten des Originalfilms aufzugreifen und auf ein neues Level zu heben, sodass er meiner Meinung nach das beste Sequel seit Terminator 2 ist und alle Zutaten eines zukünftigen Kultfilms hat.

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