Coco – Lebendiger als das Leben!

USA, Regie: Lee Unkrich & Adrian Molina, VÖ: 2017, FSK 0, Animation, 105 Minuten, Originaltitel: Coco

© The Walt Disney Company Germany GmbH
© The Walt Disney Company Germany GmbH

Der zwölfjährige Miguel ist Teil einer Schuhmacherfamilie, bei der seit einigen Generationen jegliche Musik verabscheut und verboten ist. Diese Verachtung gründet in den negativen Erfahrungen, die Miguels Uroma mit ihrem Mann machen musste. Dieser war Musiker und verließ die Familie weil er ein berühmter Musiker werden wollte. Trotz der vollkommenen Abwesenheit der Musik im Leben der Familie, ist Miguel heimlich ein toller Musiker geworden. Er hat sich selbst eine Gitarre gebaut und auf dem Dachboden befindet sich ein Schrein, der Mexikos berühmtesten Musiker gewidmet ist. Am „Tag der Toten“ möchte Miguel endlich sein Talent öffentlich bekannt machen und dafür an einem Musikwettbewerb teilnehmen. Seine Familie erfährt jedoch von seinen Plänen und seine Gitarre wird zerstört. Ohne Instrument kann er nicht am Wettbewerb teilnehmen und daher macht er sich auf die Suche nach einem Neuen.
Als er eine Gitarre aus einer Gruft „ausleiht“, findet er sich jedoch plötzlich im Reich der Toten wieder. Hier begegnet er seinen verstorbenen Verwandten und ein verrücktes Abenteuer beginnt. Das Ziel des Abenteuers ist, dass Miguel von seinem toten Urgroßvater den Segen eines Musikers erhält und dadurch das Reich der Toten verlässt und mit einem besseren Gefühl weiterhin Musik machen kann.

Bei „Coco“ ist mir besonders aufgefallen, dass vorneweg viel Werbung für den Vorfilm gemacht wurde. Dieser Vorfilm heißt „Olaf taut auf“ und spielt im „Elsa/Frozen-Universum“. Dieser Vorfilm hat für viel Furore gesorgt, sowohl im Ausland, als auch hier. Dies hängt weniger mit dem wenig besonderen Inhalt zusammen, als vielmehr mit der Länge des Filmes. Der Film geht nämlich 22 Minuten und war ursprünglich für das Fernsehen gedacht. Als Vorfilm ist das natürlich mehr als grenzwertig, insbesondere in Verbindung mit dem Werbe- und Trailerblock, welcher aufgrund der aktuellen Hochsaison besonders lange ist. Alles kombiniert führt dazu, dass man ca. 3h im Kino sitzt, was meiner Meinung nach gerader für kleinere Kinder eine absolute Zumutung ist.

Das eigentliche Thema von Coco ist der teilweise bestehende Konflikt zwischen eigenen Wünschen, Talenten und Träumen und den Wünschen der Familie. Verpackt wird dieser Konflikt in die Geschehnisse zum Tag der Toten, welcher in Mexiko eine lange und wichtige Tradition darstellt. Der Film zeigt einiges von der mexikanischen Kultur und erklärt die Geschehnisse an diesem besonderen Tag ausführlich. Auch wenn die Skelette (die Toten) freundlich und angenehm gestaltet sind, bleibt dieses Thema in meinen Augen ein Schwieriges. Es geht um die Geschehnisse nach dem Tod und den Umgang mit Verstorbenen.
Dieses Thema halte ich bei kleineren Kindern für sehr schwierig, insbesondere da die Darstellung im Film so sehr von den bekannten „Erzählungen“ abweicht, insbesondere weicht sie von den bekannten religiösen Darstellungen ab. Ich könnte mir vorstellen, dass es kleine Kinder sehr durcheinander bringen kann, damit konfrontiert zu werden. Eltern sollten auf jeden Fall davor oder danach das Gespräch mit ihren Kindern suchen und darüber sprechen, was im Film zu sehen war und inwiefern das in „ihr Weltbild“ passt. Bei älteren Kindern, die bereits eine feste Vorstellung haben und klar die Fiktion im Film erkennen können, ist es sicher nicht nötig, aber schaden tut es vermutlich nicht.

Ansonsten kann Disney auch in diesem Film wieder mit schwungvollen Liedern punkten, die bei mir wohl noch häufiger in den Playlisten bleiben werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass der Film mir gut gefallen hat, die Animationen waren natürlich gewohnt großartig. Ich fand es interessant diese Einblicke in die mexikanische Kultur zu bekommen.

Ich gebe dem Film 3,5 von 5 Punkten.

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