Die Kinotypen II

Nachdem ich im letzten Beitrag schon einige Kinogänger unter die Lupe genommen habe, widme ich mich heute weiteren Exemplaren.

Nach dem Film ist vor dem Film. Und genau dann werden die Hinterlassenschaften dieses Kinotypen sichtbar.
Im Glauben, dass die Dunkelheit ausreichend Schutz bietet, kommen sie zutage: Die Unordentlichen. Sie glauben, dass sie mit ihrer Eintrittskarte den All-Inclusive-Service eines 5-Sterne-Hotels gebucht hätten. Sie verteilen genug Popcorn und Krümel auf dem Sitz und davor, dass man meint sie hätten eine Schar Vögel gefüttert. Servietten kennen sie nicht. Klebrige Finger oder Käsesoße wischt man kunstvoll am Kinosessel ab – das sorgt für einen schönen Shabby-Schick, der gerade ganz groß in Mode ist – leider nur nicht im Kino. Zu alledem lassen sie ihren Müll (der selbst mitgebrachten Snacks) liegen. Zerknüllte Popcorntüten, Verpackungen von Nachos und leere Pappbecher lassen das Kino aussehen, als hätten frühreife Teenager eine wilde Party gefeiert. Wie es wohl zu Hause bei diesen Menschen aussieht?

Nach Hause will dieser Kinogast nach einigen Filmen am liebsten nicht alleine: der Schisser. Und hiermit möchte ich meinen Arm ganz nach oben strecken, denn ich gehöre genau zu dieser Sorte Kinobesucher. Bereits einige Filmvorschauen setzen mich schon dermaßen unter Druck, dass ich völlig steif im Kinosessel sitze, mir die Haare zu Berge stehen und sich meine Fingernägel in die Armlehnen krallen – sofern ich mir meine Hände nicht vors Gesicht halte und leise wimmere.
Erst diese Woche habe ich mich tatsächlich dazu überreden lassen Annabelle 2 anzusehen und schließlich habe ich auch eine wichtige Aufgabe: euch mit neuem Lesestoff versorgen.
Schon im Vorfeld habe ich groß angekündigt, dass ich die darauffolgenden Nacht bei Maria schlafen möchte. Den ganzen Film über habe ich sinnloses Zeug von mir gegeben, um mich abzulenken oder das Gesehene zu entschärfen. Gebracht hat es nichts, außer das ich meine Begleiter zu Tode genervt habe. Wenn ich nicht wie ein Wasserfall plappere, dann springe ich auch gern bei einem Schockmoment in Richtung Schoß meines Nachbarn.
Aber immerhin habe ich mit meiner Panik auch schon etwas für die Allgemeinheit getan. Schon im Trailer zu Annabelle 2 habe ich vor Schreck so laut geschrien und bin ich meinem Sitz hochgehüpft, dass alle im Kino herzlich lachen konnten. 😂

Und weil wir gerade bei Lautstärke sind, komme ich zum dritten Kinotypen. Besonders fasziniert bin ich von der Spezies Mensch, die bei jeglichem Lärm – etwa dem von Bohr- oder Presslufthämmern, Babygeschrei und haltet euch fest maximalem Kinosound – schlafen können. Letzteres beschäftigt mich als Studentin noch einmal mehr, aufgrund des finanziellen und zeitlichen Aspekts. So stelle ich es mir doch wesentlich entspannter vor, in Jogginghose und der Chipsschüssel auf dem Bauch, vor dem Fernseher auf der heimischen Couch zu schnarchen.
Es ist bemerkenswert, dass es also tatsächlich Menschen gibt, die im Kino in aller Ruhe ein Nickerchen halten. Sicher gibt es genug Filme, die ein enormes „Einschlafpotential“ besitzen, aber der Sound, der aus den Lautsprechern kommt, dürfte wohl jeden noch so schrillen Wecker in die Ecke stellen. Mal abgesehen von der Helligkeit, die durch die Leinwand ausgestrahlt wird. Ich rufe hiermit alle Vertreter diesen Kinotyps auf, sich bei mir zu melden. Ich suche für zu Hause noch nach dem perfekten Rezept für gutes Schlafen, denn selbst „Schäfchen zählen“ ist bei mir ein Spiel der Unendlichkeit.

Also schreibt mir auf anne@filmgefluester.de! Ich freue mich über eure Post und melde mich bald mit neuem und spannendem Geflüster zurück!

Eure Anne 😉

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