High Society

DE, Regie: Anika Decker, VÖ: 2017, FSK: 12, Komödie, 100 Minuten

High Society - Gegensätze ziehen sich an : Bild Emilia Schüle
© Warner Bros. GmbH

Was machst du, wenn du von der Prinzessin zum Aschenputtel wirst?
Anabel (Emilia Schüle) passiert genau das.
Als sich herausstellt, dass sie als Baby vertauscht wurde, ist ihr Leben als reiche Erbin vorbei.

Eigentlich ist die junge hübsche Anabel von Beruf Tochter und fühlt sich bei den Reichen und Schönen zu Hause. Im Gegensatz zu ihrer unterkühlten Mutter und ihrem stocksteifen Bruder, besitzt sie jedoch auch einfühlsame Züge. Das Wohl ihrer Mitmenschen liegt ihr sehr am Herzen, während der Rest ihrer Familie mit „Charity“ nur für PR sorgen will.

Aura (Caro Cult) wächst in eher ärmlichen Verhältnissen auf und ist nicht begeistert vom Leben im Plattenbau und dem Öko-Lifestyle ihrer Mutter Carmen (Katja Riemann). Zu ihrem Leidwesen teilt sie ihr Leben mit zwei Stiefgeschwistern und einem Untermieter. Die Blondine pflegt jedoch lieber den Kontakt zu reichen Männern in schönen Autos, was sie ihrem Polizisten-Freund Yann (Jannis Niewöhner) natürlich verheimlicht. In Wahrheit träumt sie von einem Dasein als Märchenprinzessin und einem Leben ins Saus und Braus.
Und plötzlich wird der Traum wahr, als auch sie erfährt, dass sie als Neugeborene vertauscht wurde.

Also leben die beiden Teenager fortan in völlig fremden Welten und mittendrin steht Yann, der nicht mehr richtig weiß, welches der hübschen Mädels nun besser zu ihm passt.
Da ist Chaos natürlich vorprogrammiert…

Die Unterschiede der „falschen“ Töchter zu den Einstellungen ihrer Mütter sind bereits zu Beginn des Films spürbar.  Das liegt nicht zuletzt auch an der Leistung der zwei Jungschauspielerinnen Caro Cult und Emilia Schüle.
Man glaubt, dass die jungen Mädels in ihrer leiblichen Familie glücklich werden und sich schnell zurechtfinden. Doch es stellt sich heraus, dass das fremde Leben nicht so einfach zu meistern ist.
Während Anabel starke Schwierigkeiten hat sich auf dem Arbeitsmarkt zu verkaufen, stellt Aura fest, dass Genuss in der High Society nicht unbedingt ihrem Geschmack entspricht und vieles reine Fassade ist.

Auch die Kälte und das scheinbare Desinteresse der gut betuchten Mutter Trixi (Iris Berben) ist eine Fassade, die zu bröckeln beginnt, als sie feststellt, dass Blut nicht immer dicker als Wasser ist.

Klar ist von Anfang an, dass die Komödie nach dem Motto „Ende gut – alles gut“ ausgeht und alle von der Patchwork-Familie profitieren.
Die Besetzung kennen wir bereits vom Film Jugend ohne Gott, wenn auch das ein ganz anderes Genre ist. Die Jungstars beweisen aber wieder einmal, dass sie ihre Rolle verstanden haben.

Ein guter deutscher Film, der mit Teeniestreifen aus Hollywood mithalten kann: Lachen, Liebe und Sehnsüchte werden schön verpackt und sorgen für einen entspannten Abend vor der Leinwand.
Ein Kritikpunkt, der vielleicht laut werden dürfte ist, dass man den Machern des Films unterstellen könnte, dass sie sich bei der Konstruktion der Familien(-verhältnisse) von Arm und Reich an den Klischees von Ost und West orientiert haben.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen, da der Film lediglich seichte Unterhaltung bietet und die Idee nicht neu ist.

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