Jugend ohne Gott – Ein Film über die Liebe

DE, Regie: Alain Gsponer, VÖ:2017, FSK 12, Drama, 114 Minuten

© Constantin Film Verleih GmbH/ die film GmbH/ Marc Reimann
© Constantin Film Verleih GmbH/ die film GmbH/ Marc Reimann

Die Handlung von „Jugend ohne Gott“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ödön von Horváth. Allerdings weicht die Verfilmung etwas vom Ausgangsmaterial ab und bezieht deutlich Zukunftsvisionen ein.

Im Film geht es um eine moderne Leistungsgesellschaft, bei denen sich zusätzlich deutliche soziale Schichten abzeichnen. Alles ist technisiert und alle Daten werden durch Technik analysiert.
Eine Abschlussklasse der Elitegesellschaft darf in ein „Assessmentcenter-Camp“, um sich für eine Zulassung an einer bedeutenden Rowald-Universität zu beweisen. Hierbei müssen sie bei Aufgaben im bergigen Gelände ihr Können unter Beweis stellen.
Zach (Jannis Niewöhner) hält nicht viel von der Gesellschaft und auch nicht von seinen Mitschülern. Er rebelliert gegen die Regeln, als er im Wald auf die geheimnisvolle „Illegale“ Ewa (Emilia Schüle) trifft…

Zu Beginn gefiel mir der Film eigentlich. Die Handlung wirkte interessant und die Bilder machten mich neugierig. Er wirkte wie ein Mix aus „Die Tribute von Panem“, der Serie „The Tribe“ und einem Hauch Thriller. Doch dieser erste Schein trügte.
Nach der ersten halben Stunde ist für mich der Film vorbei. Im Prinzip wird die Handlung drei mal aus verschiedenen Sichtweisen gezeigt, jedoch zum großen Teil mit den gleichen Bilder. Das langweilt sehr schnell und man wünscht sich eigentlich nur noch das Ende herbei.
Sicher, mag diese Technik interessant sein, ist aber schlecht umgesetzt.

Auch schauspielerisch kann der Film mich nicht überzeugen. Manche Charaktere sind auch sehr unsympathisch und unrealistisch dargestellt. Zudem sind plumpe Dialoge kennzeichnend. Unter anderem von Emilia Schüle bin ich wirklich Besseres gewohnt.
Zudem geht der eigentliche Kontext der Vorlage nahezu verloren. Sicherlich kann eine ‚Gottlose Jugend‘ anhand von Symbolik oder Werten dargestellt werden, jedoch steht dies nicht im Fokus.
Stattdessen wird eine übertrieben kuriose Liebelei in die Mitte gerückt. Ganz getreu dem Motto ‚Sex Sell’s‘ musste hier und da auch noch etwas nackte Haut blitzen, auf die man getrost verzichten könnte.

Mir hat der Film wirklich gar nicht gefallen. Für den anfänglichen Eindruck und die Idee mit Zukunftstendenz vergebe ich jedoch 1,5 Punkte für „Jugend ohne Gott“.

3 Comments

  1. Danke für die Kritik. 🙂 Der Bewertung kann ich mich nur anschließen. Das war einer der wenigen Filme bei denen ich laut lachen und den Kopf schütteln musste, weil er so absurd ist. Wie kann man nur so komische Charaktere sich ausdenken?
    [SPOILER]
    Die Eine ist angeblich relativ intelligent und „leader-tauglich“ aber sowas von neugierig, unempathisch und nervig, dass man sich richtig über sie aufregen muss.
    Der Eine ist ebenfalls relativ intelligent und aufgeweckt und hinterfragt die gesellschaftliche Situation, dann trifft er auf eine Illegale, von der er absolut nichts weiß (nicht einmal ihren Namen) und knutscht sofort mit ihr rum und hat Sex mit ihr in einem Fluss. Was ist denn das bitte? Einerseits soll er so deep sein und dann gleichzeitig so oberflächlich.
    Und dann ist da noch einer, der mehrere Leute umbringt und absolut gefühlskalt ist, aber nach einem kurzen Gespräch und einer Umarmung hat er plötzlich so Schuldgefühle oder so, dass er sich noch am gleichen Tag umbringt? Bitte…

    Ich kann den Film echt nicht weiterempfehlen.

    1. Du hast wirklich recht. Ich habe noch einmal herzlich über deinen Kommentar und die gute Zusammenfassung gelacht.
      Aber immerhin waren die Schauspieler hübsch anzusehen. 😀

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