Mother!

USA, Regie: Darren Aronofsky, VÖ:2017, FSK 16, Drama/Thriller/Horror, 115 Minuten

© Paramount Pictures Germany
© Paramount Pictures Germany

Ein Paar lebt ziemlich isoliert in einem Haus im Grünen. Er ist Dichter, sie renoviert das Haus – in ihm gab es einen großen Brand. Zum Unmut von Beiden scheint der Schriftsteller an einer Schreibblockade zu leiden. Eines Abends steht ein Mann vor der Tür, der nach einer Übernachtungsgelegenheit sucht. Kurzerhand beschließt der Schriftsteller, dass der Mann, der sich kurze Zeit später als Fan von ihm zu erkennen gibt, erst einmal bei ihnen bleiben kann. Er scheint froh über die Abwechslung zu sein und beschäftigt sich viel mit dem Gast. Seine Frau wird in die Entscheidungsfindung nicht involviert, stattdessen wird sie mit seinen Entscheidungen konfrontiert. So auch am nächsten Tag, als die Frau des Gastes nun ebenfalls im Haus Quartier bezieht. Es ist ihr deutlich anzusehen, dass sie über die Gäste nicht erfreut ist, trotzdem spielt sie die Rolle, die von ihr erwartet wird. Irgendwann erscheinen auch noch die Kinder der Gäste in dem Haus, sich laut über das Testament ihres Vaters streitend. Im anschließenden Handgemenge wird der eine Sohn von seinem Bruder erschlagen. Natürlich findet wenig später die Trauerfeier ebenfalls im Haus des Dichters und seiner Frau statt. Diese artet so sehr aus, dass der Dichter endlich, dem Wunsch seiner Frau entsprechend, alle des Hauses verweist. Nun löst sich die Schreibblockade und der Dichter bringt einen neuen Bestseller zu Papier. Dieser verkauft sich enorm gut und so wird bald schon das Haus der Beiden erneut belagert, dieses Mal von Fans seines neuen Buches.

In einem Wort zusammengefasst ist der Film unangenehm.
Tatsächlich habe ich noch nie einen so unangenehmen Film gesehen, ich habe mich währenddessen so unwohl in meiner Haut gefühlt, es war unfassbar. Die Gäste sind so respekt- und rücksichtslos, dass man überhaupt nicht anders kann und genau wie die Frau einfach nur hofft, dass sie schnell wieder das Haus verlassen.
Was den Film auch ausmacht ist, dass er das Publikum spaltet, es gibt nur schwarz und weiß, man findet ihn entweder genial oder hält ihn für den größten Müll. Ich selbst war mit einer größeren Gruppe in dem Film und 2/3 fanden ihn scheiße und 1/3 fanden ihn genial. Beide Gruppen waren sich aber einig, dass der Film ein ganzes Stück kürzer hätte sein können, denn stellenweise zieht er sich wirklich etwas. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich beim betrachten des Filmes und direkt danach etwas ratlos war, was ich von dem Film halten sollte. Der Film enthält viele verstörende Szenen wie Straßenschlachten in einem Haus und Kannibalismus. Man wundert sich den ganzen Film darüber, wie rücksichtslos der Dichter, über den Willen seiner Frau hinweg, entscheidet. Zwischendurch ist er jedoch auch aufmerksam und liebevoll, nur eben nicht bei Angelegenheiten welche die Gäste und Fans betreffen, hier erscheint er taub für die Klagen seiner Frau. Die Message des Filmes hat sich mir erst einmal nicht erschlossen, erst weitergehende Recherchen brachten die Erleuchtung.
Auch wenn man den Film wohl auf verschiedene Arten interpretieren kann, beschränke ich mich hier auf jene, die für mich am stimmigsten und schönsten ist.
Der Film behandelt das Christentum. Der Dichter ist Gott, seine Frau wohl in Verbindung mit dem Haus „Mutter Erde“. Nachdem die Erde wieder „aufgebaut“ ist, erscheint zuerst Adam, später Eva und es kommt zum Brudermord wie bei Kain und Abel. Die beiden Werke des Dichters stehen für das Alte und das Neue Testament. Die Menschen (Trauergäste und Fans) gehen mit der Erde vollkommen respektlos um, sie hören nicht auf sie, egal wie laut sie schreit. Sie hängen alleine an den Lippen des Dichters. Dieser ist vergebend und vergessend, denn die Menschen brauchen ihn. Er genießt ihre Verehrung. DesWeiteren wird ein Kind geboren und zum Wohle aller geopfert, was für Jesus stehen könnte. Der Film beantwortet die Frage vieler,was wohl passiert, wenn die Menschheit weiterhin so rücksichtslos mit der Natur umgehen wird. Man fängt wieder von vorne an.

Ich vergebe dem Film 3,75 Punkte da weitergehende Recherchen notwendig waren, um den Film wirklich begreifen zu können.
Hätte ich das (mögliche) Thema des Filmes schon zuvor gewusst, dann hätte ich den Film sicherlich mehr genießen können, so war er stellenweise eine echte Qual für mich.
Die hohe Bewertung gebe ich trotzdem, aufgrund des behandelten Themas und der gekonnten Umsetzung, der Film will schockieren und das gelingt ihm auch. Mehrmals fragt man sich, welches krankes Hirn nur, sich so etwas ausdenkt. Bei einem Film dieses Genres ist das wohl ein Kompliment.

Dies ist eine Gastbewertung von einem Filmliebhaber und regelmäßigen Leser des Blogs.
An dieser Stelle möchte ich mich bei bei Filmgeflüster bedanken, hier eine Review zu veröffentlichen.
Beste Grüße, Julian B.

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