Schneemann

GB, Regie: Thomas Alfredson, VÖ: 2017, FSK 16, Drama/Thriller/Kriminalfilm, 119 Minuten, Originaltitel: The Snowman

© Universal Pictures International Germany GmbH
© Universal Pictures International Germany GmbH

Harry Hole (Michael Fassbinder) ist Hauptkommissar der Osloer Polizei. Somit ist es seine Passion Straftaten auf den Grund zu gehen – besonders den mysteriösen Mordfällen.
So ermittelt er zusammen mit seiner neuen Kollegin Katherine Bratt (Rebecca Ferguson) in den „Schneemann“ Fällen. Offensichtlich hat es der Mörder hierbei besonders auf junge Mütter abgesehen. Die Straftaten geschehen zudem immer bei Schneefall und der Tatort ist immer mit einem Schneemann gekennzeichnet.
Während die beiden versuchen den „Schneemann“ zu identifizieren, geraten sie selbst in die ein oder andere Gefahr…

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Jo Nesbø aus dem Jahr 2007.

Zunächst einmal möchte ich ein paar positive Worte finden:
Der Schneemann zeichnet sich auf den ersten Blick durch eine hochkarätige Besetzung aus, was bereits schon der Trailer erahnen ließ.
Hierbei ist zu sagen, dass die Rolle des Harry Hole durch Michael Fassbender wirklich nicht treffender hätte realisiert werden können. Ebenso auch Rebecca Ferguson als Katherine Bratt.
Vor allem diese beiden Rollen finde ich wirklich überzeugend dargestellt.

Leider war das aber auch schon alles.
Als großer Fan des norwegischen Autors und seiner Buchreihe um Harry Hole, bin ich maßlos enttäuscht von dieser Verfilmung.

Nicht nur, dass man nahezu den gesamten Plot der Geschichte für die Verfilmung umgekrempelt hat, nein, sie macht deshalb auch an vielen Stellen einfach keinen Sinn mehr.
Sowohl die Handlungsstruktur als auch die Dialoge sind so plump und konfus gewählt, dass man sich wirklich fragt, wie diese Produktion eigentlich so dermaßen schief laufen konnte.
Die Literaturvorlage bietet meiner Meinung nach, wirklich ein breites Spektrum an Ansatzpunkten für einen grandiosen Thriller. Falls man das Buch nun allerdings nicht kennt, wird man manche Sachen einfach nicht verstehen können. Zudem wird der Mordfall meines Erachtens schon viel zu früh durchschaubar, sodass man auch schnell gelangweilt ist und auf das „Finale“ wartet.
Und auch das ist eine herbe Enttäuschung.

Auch die Filmmusik finde ich teilweise grausig und belanglos ausgewählt. Nicht einmal die „Effekte“ sind in diesem Film gelungen. Es macht wirklich keinen Spaß sich dieses Desaster anzusehen.

Auf Einzelheiten zur Handlung möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da ich niemanden zu sehr spoilern möchte.

Nesbø-Fans sollten sich diese Enttäuschung wirklich ersparen.
Meine Erwartungen lagen zwar wirklich hoch und ich habe sicherlich mit Abweichungen der Geschichte gerechnet, jedoch frage ich mich immer noch, wie aus diesem grandiosen Buch eine so stumpfe Verfilmung werden konnte.

Leider kann ich bei der Bewertung nicht mehr als 1,5 von 5 Punkten für den Schneemann vergeben und rate lieber dazu sich mit dem Buch zu beschäftigen. Denn das ist deutlich besser als dieser Film.

2 Comments

  1. Ich habe das Buch gelesen und muss Maria zustimmen. Leider ist die Romanvorlage nicht nennenswert berücksichtigt worden. Das ist schade, denn dieses Buch bietet unsagbar viel Potential.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.