Tulpenfieber

USA/GB, Regie: Justin Chadwick, VÖ: 2017, FSK 6, Drama/ Historie, 107 Minuten, Originaltitel: Tulip Fever

© Prokino (Fox)
© Prokino (Fox)

Wir befinden uns während des „Goldenen Zeitalters“ im 17. Jahrhundert in Amsterdam. Die Gesellschaft ist nahezu besessen von der Tulpenpflanze und deren Handel. Kaum vorstellbar, war sie derzeit fast kostbarer als Diamanten und man konnte unabhängig von gesellschaftlicher Stellung im Tulpenhandel schnell zu Reichtum gelangen.

Doch das ist nicht alles. In Zeiten des „Tulpenfiebers“ leben auch der reiche Cornelis Sandvoort (Christoph Waltz) und seine bildschöne Frau Sophia (Alicia Vikander). Vergebens versuchen sich die beiden durch einen Nachkommen zu verewigen. So beschließt Cornelis den Maler Jan van Loos (Dane DeHaan) zu engagieren, um ihn und seine Frau für die Nachwelt in einem Gemälde zu verewigen. Doch das soll Cornelis zum Verhängnis werden, denn der Maler und seine Frau verlieben sich ineinander…

Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Deborah Moggach aus dem Jahr 1999.

In „Tulpenfieber“ wird man direkt von Beginn an durch detaillierte Szenengestaltung und Kostüme glaubhaft in die damalige Zeit versetzt. Es macht Spaß, die Akkuratesse der Sets zu beobachten.

Das pulsierende Handelsgeschäft mit der Tulpenzwiebel wird durchweg überzeugend dargestellt.

Die eigentliche Handlung spielt sich aber im besser gestellten Hause Sandvoort ab, wodurch man zu weiteren Umständen in der Gesellschaft nur minimalen Einblick erhält.

Christoph Waltz als Cornelis erscheint etwas verwunderlich naiv, was die Handlung sicherlich nicht derangiert und teilweise sogar notwendig ist, mich aber ein wenig gestört hat. Vermutlich liegt es daran, dass man ihn sonst in anderen Rollen kennt.
Das Liebesdrama um Sophia und den Maler Jan van Loos war unglaublich leidenschaftlich, was ich als großartige Leistung ansehe. Die bildschöne Alicia Vikander ist als Sophia perfekt besetzt und ich hätte mir keine bessere Schauspielerin für die Rolle vorstellen können.

Thematisch entspricht der Film meiner Meinung nach nicht dem klassischen Hollywood-Kino, wodurch sich hiermit auch Fans des alternativen Kinoprogramms angesprochen fühlen dürften. Durch die herausragende Besetzung um Alicia Vikander, Christoph Waltz oder Cara Delevigne (um nur einige zu nennen) wird er jedoch eine breite Masse ansprechen. Zudem halten diese Namen auch was sie versprechen – Schauspielerisch und ästhetisch spielt dieser Film wirklich in der oberen Liga.

Der Film schafft für mich eine großartige Balance zwischen einem historischen Wirtschaftsdrama, einer Liebesgeschichte und einem Einblick in die Bedeutung der damaligen Malerei.

Die 107 Minuten Laufzeit gestalten sich unglaublich spannend und nur an einer Stelle etwas lahmend. Leider hat er mich zum Ende hin doch ein wenig enttäuscht und man wird als Zuschauer womöglich unerfüllt aus dem Kinosaal gehen. Hier hätte ich mir doch eine abgeschlossene Handlung gewünscht.

Ich vergebe dem Film 3,5 Punkte.

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